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± Strafrecht - Gerichtsbeschlüsse und -verfügungen - Haftbefehl

Haftbefehl

Amtsgericht                                                                            Köln, den 01.05.2010
Aktenzeichen Gericht
Aktenzeichen StA

 

Haftbefehl

 

Gegen den Beschuldigten                 Peter Schmidt,

geboren am 01.02.1983 in Köln,

ohne festen Wohnsitz,

ledig, deutscher Staatsangehöriger, 

wird die Untersuchungshaft angeordnet. 

Er ist dringend verdächtig, (gem. § 112 I 1 StPO muss ein dringender Tatverdacht bestehen)

am 20.04.2010 in Köln 

mit Gewalt gegen eine Person fremde bewegliche Sachen einem anderen in der Absicht weggenommen zu haben, die Sache sich rechtswidrig zuzueignen. (Abstraktum wie in der Anklageschrift)  

Am 20.04.2010 gegen 22 Uhr betrat der Beschuldigte den Verkaufsraum des Kiosk, Hauptstraße 33 in Köln, überwältigte die dort arbeitende Kassiererin Nicole Schmidt, indem er sie mit vorgehaltener Pistole und mehrfachem Schubsen in eine Ecke drängte, nahm aus der unverschlossenen Kasse 300 Euro in Bar sowie 4 Stangen Zigaretten, um diese für sich zu behalten und flüchtete sodann mit einem Fahrrad in die Innenstadt. (Konkretum wie in der Anklageschrift) 

Diese Handlung ist mit Strafe bedroht gemäß § 249 Abs. 1 StGB. 

Er ist der Tat dringend verdächtig aufgrund der glaubhaften Aussage der Zeugin Schmidt und der Auswertung der Aufnahmen der Überwachungskamera. 

Es besteht der Haftgrund der Fluchtgefahr gemäß 112 Abs. 2 Nr. 2 StPO, weil der Beschuldigte keinen festen Wohnsitz hat und keiner geregelten Arbeit nachgeht. Zudem pflegt er keinerlei beständige soziale Kontakte. 

Es besteht ferner der Haftgrund der Wiederholungsgefahr gemäß § 112 a Abs. 1 Nr. 2 StPO. Der Beschuldigte äußerte während der Tat gegenüber der Zeugin Schmidt, er werde sich als Nächstes eine Tankstelle vornehmen, weil sich die Kioske nicht mehr lohnen würden.

 Aufgrund dessen und der Höhe der zu erwartenden Strafe ist es wahrscheinlicher, dass er sich dem Verfahren zu entziehen versuchen wird, statt sich diesem ohne Weiteres zu stellen. 

Die Anordnung der Untersuchungshaft steht zu der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe nicht außer Verhältnis. (vgl. § 112 I StPO)

Eine weniger einschneidende Maßnahme verspricht hier nicht den gleichen Erfolg, den Zweck der Untersuchungshaft zu erreichen, § 116 StPO.    

 

Meyer
Richter am Amtsgericht

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