Mündliche Prüfung

Vorbemerkung:

Vor der mündlichen Prüfung muss man normalerweise keine Angst haben. Sie ist sicher –wenn man vom Momentanstress absieht- der leichtere Teil der Examensprüfung und ist  zudem  eine gute Möglichkeit, seine  Note nochmals aufzubessern. 

Der Prüfungstag

Der Ablauf des Prüfungstages stellt sich fast allerorts wie folgt dar: Prüfungsort ist das jeweilige Justizministerium. Geladen wird meist  auf etwa 9 Uhr. Wer nicht in den Stadtstaaten geprüft wird, hat u.U. lange Anreisen auf sich zu nehmen.

Da muss sichergestellt sein, dass man pünktlich und nicht innerlich bereits abgehetzt antritt.  Für die Planungen bedeutet dies, Staus ebenso einzuplanen wie Verspätungen oder Ausfall der Bahn. Wer Wert darauf  legt, möglichst ausgeschlafen und stressfrei anzutreten, der sollte überlegen, ob eine Anreise am Vorabend mit Übernachtung am Prüfungsort nicht eine Alternative darstellen könnte.

In jedem Fall empfiehlt es sich, Kopf- und Zahnschmerztabletten mitzuführen und ein wenig „Nervennahrung“ ist in dieser Situation allemal erlaubt. 

Das Einführungsgespräch

Mit den Einführungsgesprächen wird der Prüfungstag eingeläutet. Das ist einem noch aus dem ersten Examen vertraut. Allerdings gibt es –wie schon im ersten Examen- keine goldene Regel über deren Ablauf., da diese  von Prüfer zu Prüfer anders gehandhabt werden. Gleichwohl gibt es Standardfragen, wie etwa das Berufsziel, auf die man immer eine Antwort bereit halten können muss. Hier kann auch ein realistischer Bezug zur Vornote hilfreich sein. Wer ohnehin nur auf ein „ausreichend“ mit Tendenz zum Durchfallen spekulieren muss, dem „hilft“ möglicherweise der Onkel, bei dem man als Junganwalt unterkommen kann (Welcher Prüfer verdirbt schon gerne „die letzte Chance?).

Mehr dazu in den einschlägigen Vorbereitungsbüchern.

Danach heißt es, zu warten, bis man zur Ausgabe des Aktenvortrages in einen separaten Raum gebeten wird, in dem sich alle Kandidaten auf ihre Vorträge vorbereiten. Um sich voll konzentrieren zu können, haben sich Ohrstöpsel bewährt. 

Der Aktenvortrag 

Nach einer Stunde geht es dann direkt  in den Prüfungssaal. Dort warten bereits die Prüfer. Nach der  Begrüßung muss man dann seinen Vortrag halten. Danach heißt es wieder zu warten,  bis alle übrigen Prüflinge ihre Vorträge gehalten haben. 

Materiell-rechtlich sind diese Fälle im Regelfall nicht schwierig. Jedoch besteht ein enormer  Zeitdruck, auch wenn eine Stunde Vorbereitungszeit nur auf den ersten Blick viel erscheint. In dieser Stresssituation wird ein kleines Problem schnell zum Vortragskiller – das lässt sich niemals ausschließen.  

Dann aber zeigt sich die Routine,, wenn man bereits rechtzeitig solche Vorträge zu halten geübt hat, denn. ein Großteil der Prüfungsleistung ist es, die eigenen Nerven im Griff zu halten.  Daher noch einmal die Empfehlung,  möglichst viele Aktenvorträge nicht nur auszudenken, sondern auch vor Referendarskollegen  in privaten Arbeitsgemeinschaften zu halten.. Aktenvorträge und Literatur dazu gibt es so viel, so dass für jeden Lerntypen was dabei sein dürfte.

Nach dem Vortrag gilt die goldene Regel erst Recht: Ruhe bewahren!  Egal wie es gelaufen ist, egal ob man fertig geworden ist, gestockt oder gar den Faden verloren hat. Nach dem Vortrag ist vor der eigentlichen Prüfung ! Also vergesst den Vortrag  und konzentriert Euch auf die nächste Chance, denn jetzt kann man erneut punkten.

Im Anschluss an die Vorträge folgt dann  die eigentliche mündliche Prüfung. 

Das Prüfungsgespräch

Zwischen den einzelnen Rechtsgebieten kann es zu längeren Pausen kommen, falls sich die Prüfer zu Zwischenbesprechungen zurückziehen. Zudem ist eine 1-stündige  Mittagspause vorgesehen. Es empfiehlt sich, in dieser Zeit mit seiner „Fangemeinde“ sofern diese einen der begehrten Zuhörerscheine erhalten haben, oder mit den Mitprüflingen essen zu gehen. Die Kantinen in den Justizministerien sind meist ganz gut.

Etikette und No-Go`s 

Vom Grundsatz her empfiehlt es sich, zur Prüfung  im Anzug samt Krawatte erscheinen bzw. im dezenten  Kostüm zu absolvieren. Ob legerere Bekleidung  negativ auf das Prüfungsergebnis auswirkt, darf zwar bezweifelt werden, jedoch vermeidet man jedenfalls unterschwellige Ressentiments  und Angriffspunkte spätestens dann, wenn es  um den letzten zehntel Punkt geht.

Von den Prüfern gewünscht sind Nachfragen, falls  der Sachverhalt nicht ganz verstanden worden sein sollte, denn auch die Prüfer sind nicht an vermeidbaren Fehlern interessiert und haben zudem wegen der Nervosität Verständnis für Nachfragen. 

Im zweiten Examen gelten dieselben Tabus wie im ersten:

  • Niemals sollte man sich melden. Blickkontakt reicht völlig aus
  • Man sollte den Prüfern nicht offen widersprechen, da das  erfahrungsgemäß keinen Erfolg bringt. Der Prüfer „weiß es ohnehin besser“. Erfolgversprechender ist die Nachfrage, ob die eigene Ansicht zumindest vertretbar sei, denn das  eröffnet den  anderen Prüfern die Möglichkeit,  bei der Notendiskussion vermittelnd einzugreifen.

und (nach der Prüfung)

  • Keine Diskussionen über die verkündete(n)  Noten. Spätestens im Verbesserungsversuch oder bei der Wiederholungsprüfung kann einem das böse „auf die Füße fallen“.

Dies ist ein selbst aufbauendes Portal, das von Eurer Mitarbeit und Unterstützung lebt.

Wenn Ihr weitere Tipps und Infos habt, so schickt uns bitte Eure Infomationen. Besten Dank !

PDFDruckenE-Mail

 
 
Banner
 
feed-image Feed Entries
Copyright © 2017 anwaltmagazin.de. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.