Kanzlei(beteiligung) kaufen

Kauf statt Gründung ?

Die Zeiten für Käufe von Kanzleien bzw. Kanzleibeteiligungen sind gut.

Der Hintergrund liegt auf der Hand:

Jahr für Jahr stellt sich in zahlreichen Anwaltskanzleien die Frage nach der Nachfolge, denn  häufig will aus dem Kreis der Familie keiner in die „Fußstapfen” des Kanzleiinhabers („des Alten”) treten und der Aufbau eines Nachfolgers wurde konsequent verdrängt.  Irgendwann aber müssen sich die Inhaber dennoch einen geeigneten Nachfolger suchen.

Das wiederum kann für Sie die Chance schlechthin sein, denn das so genannte „Management-Buy-in” ist für Sie durchaus eine attraktive Alternative zur Neugründung. Hierbei lässt sich die - meist offene - Finanzierungsfrage durchaus auf solide Beine stellen.

Die Vorteile eines Kanzleikaufs liegen auf der Hand:

  • eingearbeitete Mitarbeiter
  • Kanzleiräume und Technik sind vorhanden
  • etablierter Standort
  • bewährte Arbeitsabläufe
  • bestehende Mandantenbeziehungen
Mit anderen Worten: Die Kanzlei und deren Dienstleistungen sind seit Langem eingeführt und der Umsatz ist vom 1. Tag an sichergestellt. Und der Joker: Der Senior-Kanzleiinhaber steht als Mentor in der Übergangszeit zur Verfügung.

Bei genauem Hinsehen gibt es aber auch evidente Risiken

  • Die Kanzlei-Software ist ggf. überaltet
  • Moderne Kommunikation ist ein Fremdword
  • Organisationsstrukturen sind uneffizient
  • Das Personal ist ebenso „veraltet” wie „der Alte”

Beim Kauf einer Kanzleibeteiligung (Verkäufer ist ein Sozius) kommt hinzu, dass der vorgefundene, gleichsam mit gekaufte Sozius nicht unbedingt unproblematisch sein muss. So kann es durchaus vorkommen, dass dieser

  • Sie als „den Neuen” nicht akzeptiert
  • Veränderungen gegenüber nicht aufgeschlossen ist (Bremser)
  • sich selbst ebenfalls zeitnah zur Ruhe setzen will (Mit wem bekommt man es dann zu tun?).

Noch problematischer wird es, wenn der Alleininhaber nur einen Teil seiner Kanzlei verkaufen will, um sich so sukzessive zur Ruhe zu setzen. Dann können sich die Probleme potenzieren.

Das alles muss keinesfalls eintreten, zeigt aber dennoch, dass sich das „gemachte Nest” als Falle mit fatalen Folgen entpuppen kann. Bevor Sie eine Kanzlei(beteiligung) kaufen, sollten Sie Folgendes für sich selbst einschätzen und mit dem Angebot abgleichen:

  • Welche Vorstellungen haben Sie vom Kaufobjekt?
    • stimmen die bisherigen Fachrichtungen der Kanzlei mit Ihren fachlichen Neigungen überein?
    • möchten Sie eine etablierte, aber (vielleicht etwas) vernachlässigte Kanzlei (Kaufpreisfrage) wieder aufbauen?
    • wollen Sie eine etablierte Kanzlei schlichtweg weiterführen?
  • Sind die Umsatzgrößen der Kanzlei stimmig ?
    • Umsätze der letzten drei Jahre
    • Aufwärts- / Abwärtstrend
    • Mandantentreue !! (Sind Groß- bzw. Dauermandanten abgesprungen?)
  • Stimmt der Standort mit Ihren Vorstellungen überein?
    • Entfernung zum Wohnort
    • Persönliche Erreichbarkeit der Kanzlei (ÖPNV, BAB, Parkplätze)
    • Erreichbarkeit für Mandanten (ÖPNV, BAB, Parkplätze)
    • Mandantenumfeld

Dies ist ein selbst aufbauendes Portal, für weitergehende Infos, Tipps oder Beiträge sind wir stets dankbar.

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