Erfahrungsbericht - Kanzleigründung

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Erfahrungsberichte

Rechtsanwalt E. T., Köln

Seit meinem Studienbeginn war mir eigentlich klar, dass ich Rechtsanwalt werden wollte und zum Beispiel der Staatsdienst für mich keinen großen Reiz ausübte. Die Aussicht, sich ohne großen technischen und finanziellen Aufwand etwas Eigenes aufbauen zu können, war für mich ebenfalls eine Motivation, die ich für meine persönliche Zukunft stets im Auge behielt.

Im Laufe verschiedener Studienpraktika in in- und ausländischen Kanzleien stellte sich für mich schnell heraus, dass mir die persönliche Betreuung des Mandanten, mit direktem Kontakt und kurzen Informationswegen, wie sie kleinere Kanzleien anbieten (können), am meisten Spaß machte und mich menschlich und auch fachlich weiter brachte.

Während meines zweijährigen Referendariats arbeitete ich 2 - 3 Tage in der Woche in einer hauptsächlich zivilrechtlich ausgerichteten Kanzlei mit internationalem Einschlag und insgesamt 4 Anwälten.

Nachdem ich dort etwa drei Jahre lang einen guten Einblick in die tägliche Arbeit des Anwalts, aber auch in die Abläufe der Kanzleiorganisation erlangt hatte, beschloss ich, mein eigenes Büro zu gründen, da ich dieses Ziel nie aus den Augen verloren hatte und meine eigenen Vorstellungen umsetzen wollte. Hinzu kam, dass der Arbeitsmarkt nicht viel Reizvolles hergab. Hilfreich war ebenfalls, dass seit meinem beruflichen Einstieg immer mehr Personen aus meinem unmittelbaren und mittelbaren Umfeld auf mich zukamen und mich baten, sie anwaltlich zu vertreten.

Gemeinsam mit einem Freund gründete ich eine Bürogemeinschaft; repräsentative Räumlichkeiten hatte man uns schon vorher mit ein wenig Glück angeboten. Im Rahmen der gedanklichen Vorbereitung und Planung meiner Selbständigkeit hatte ich mir immer wieder Informationen über verschiedene Möglichkeiten der Existenzgründung besorgt, etwa bei der KfW, meiner Hausbank, dem Arbeitsamt et cetera. Letztlich entschloss ich mich für eine kurzfristige, überschaubare und recht risikolose Förderung mittels des Überbrückungsgeldes.

Damit und mit privaten Rücklagen im höheren vierstelligen Bereich finanzierte ich das erste Jahr. Gleichzeitig konnte ich mich in Sachen Akquise sehr auf mein persönliches Netzwerk verlassen, neue Mandate wurden gerade zu Beginn verstärkt durch Freunde, Familie, Mund-Propaganda und in der direkten Büro-Nachbarschaft akquiriert.

Mit Glück, viel persönlichem Einsatz und manch schlafloser Nacht wuchsen schließlich meine Sicherheit und mein Außenauftritt als Unternehmer und damit wiederum die Anzahl der Mandate und die Umsätze, so dass ich mich nach etwa 2 ½ Jahren etabliert hatte.



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