Thüringen

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Bewerbungen

Das Referendariat in Thüringen

I. Ausbildungsvorschriften II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

Thüringer Oberlandesgericht
Rathenaustraße 13
07745 Jena

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:
Erfurt
Gera
Meiningen
Mühlhausen

Achtung! Zwar ist das Thüringer OLG für die Ausbildung der Referendare verantwortlich, doch ist die Bewerbung an das Thüringer Justizministerium zu richten:

Thüringisches Justizministerium
- J 3-
Werner- Seelenbinder- Straße 5
99096 Erfurt

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Bestandenes 1. Staatsexamen, das nicht älter als 4 Jahre sein sollte, da ansonsten nachgewiesen werden muss, dass in der Zwischenzeit einer juristischen Tätigkeit nachgegangen worden ist. Maßgeblich für die Länge der Wartezeit ist die Note des ersten Staatsexamens, ggf. das Vorliegen eines Härtefalles sowie die Wartezeit („Wartepunkte“) des Bewerbers, wobei sich hier das Ableisten von Wehr- oder Zivildienst auszahlt.

Bewerbungsunterlagen
Das Thüringer Justizministerium stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung, die auszufüllen sind. Dem Antrag auf Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst sind folgende Unterlagen beizufügen:

· zwei beglaubigte Ablichtungen des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens
· ein eigenhändig geschriebener und unterschriebener ausführlicher Lebenslauf
· zweifache beglaubigte Kopien der Geburtsurkunde; ggf. weitere Personenstandsurkunden jeweils zweifach und beglaubigt
· zwei Lichtbilder mit dem Namen auf der Rückseite
· Einstellungsantrag; Erklärung über den Gesundheitszustand (jeweils unter dem obigen Link)
· ein aktuelles Führungszeugnis der Belegart „0“
· Nachweis über die Ableistung von Dienstzeiten (Wehr- und Zivildienst)
· eine Kopie des Einstellungsantrags, des Lebenslaufes, der Gesundheitserklärung, des Nachweises über die Ableistung von Dienstzeiten

Achtung: In Thüringen werden zweimal jährlich, nämlich im Mai und November Referendare eingestellt. Die Bewerbungsunterlagen müssen dabei spätestens drei Monate vor dem gewünschten Einstellungstermin vollständig vorliegen.

Das Verfahren nach der Bewerbung
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist und noch einige Wochen vor dem Einstellungstermin bekommt Ihr dann schriftlich einen konkreten Platz angeboten, den Ihr innerhalb von 10 Tagen annehmen müsst, ansonsten kommt der Platz auf die Liste für Nachrücker.
In der Bewerbung können und sollen mehrere Ortswünsche angegeben werden, die jedoch nicht immer berücksichtigt werden können.

Anstellung und Vergütung

Status „Beamtenverhältnis auf Widerruf“
Grundvergütung 1.183,17 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag 111,70 €

IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans. Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein zweiwöchiger Einführungslehrgang statt
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht für Zivilsachen weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
6. - 9. Monat: Verwaltungsstation
  • zweiwöchiger Einführungslehrgang
  • wöchentlich AG; Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt, Kreis, Bezirksregierung);
  • Alternativ: Studium an der Verwaltungshochschule in Speyer
10. - 12. Monat: Strafrechtsstation
  • Die erste Woche Einführungslehrgang
  • danach 1 x wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
13. - 21. Monat: Anwaltsstation
  • eine Woche Einführungslehrgang
  • Danach regelmäßig AG und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 20. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (3 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren sowie 1 weitere Klausur aus einem dieser Gebiete, welches Ihr aber mit der Ladung mitgeteilt bekommt).
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Anfang des 20. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 6 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Ramsauer). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.

VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung.

Inhalt: Ein Aktenvortrag, den man i. d. R. bereits in der AG übt sowie ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
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