Schleswig-Holstein

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Bewerbungen

Das Referendariat in Schleswig-Holstein

I. Ausbildungsvorschriften II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

An die Präsidentin des
Schleswig-Holsteinischen
Oberlandesgerichts
Gottorfstraße 2
24837 Schleswig
http://www.schleswig-holstein.de/OLG/DE/Startseite__node.html

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:
Itzehoe
Flensburg
Kiel
Lübeck

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen.
Maßgeblich für die Länge der Wartezeit sind die Note des ersten Staatsexamens, ggf. das Vorliegen eines Härtefalles sowie die Wartezeit („Wartepunkte“) des Bewerbers, wobei sich hier das Ableisten von Wehr- oder Zivildienst auszahlt.

Bewerbungsunterlagen
Das OLG stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung die auszufüllen sind. Dem Antrag auf Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst sind folgende Unterlagen beizufügen:

· Anlagen zu dem Einstellungsantrag, die Ihr unter dem Link findet
· beglaubigte Ablichtung des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens (wenn Ihr das erste Examen hier abgelegt habt reicht auch Eure Prüfungskennzahl)
· ausgefüllter Personalbogen, zweimal
· zwei Ablichtungen der Geburtsurkunde sowie ggf. weitere Personenstandsurkunden
· ein aktuelles Führungszeugnis der Belegart „0“ (muss nur beantragt sein zum Ztp. der Bewerbung)
· ggf. eine beglaubigte Ablichtung der Dienstzeitbescheinigung (Wehr- und Zivildienst)
· Erklärung über den Gesundheitszustand
· eine Meldebescheinigung

Das Land stellt sechsmal jährlich Referendare ein. Und zwar im Februar, Juni und Oktober (Kiel und Flensburg) sowie im April, August und Dezember (Lübeck und Itzehoe).

Achtung: Die Bewerbungsunterlagen müssen dem OLG zwei Monate vor dem gewünschten Einstellungstermin vollständig vorliegen.

Wichtig!! Ihr habt die Möglichkeit, Euch nur für bestimmte Orte zu bewerben, dann ist Eure Bewerbung allerdings „eingeschränkt“, was bedeutet, dass Ihr keine Wartezeit angerechnet bekommt. Es lohnt sich also nur, sich auf einen Ort festzulegen, wenn die Note des ersten Examens so gut war, dass Ihr auf die Wartezeit ohnehin nicht angewiesen seid.

Das Verfahren nach der Bewerbung

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Bewerber erst dann wieder von dem OLG hören, wenn sie einen Platz angeboten bekommen. Nach der Bewerbung bekommt Ihr keine Eingangsbestätigung und auch keine Mitteilung darüber, ob noch Unterlagen fehlen, die Voraussetzung dafür sind, dass die Bewerbung überhaupt berücksichtigt wird. Ihr seid also selbst für die Vollständigkeit verantwortlich!!!! Einige Wochen vor dem Einstellungstermin bekommt Ihr dann schriftlich einen konkreten Platz angeboten, den Ihr innerhalb einer Euch gesetzten Frist verbindlich annehmen müsst, ansonsten kommt der Platz auf die Liste für Nachrücker.
In der Bewerbung können Ortswünsche angegeben werden, die jedoch nicht immer berücksichtigt werden können. Wenn Ihr die Bewerbung nicht einschränkt, gilt sie immer für den gesamten Bezirk des OLG.

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“; ggf. aber auch Beamtenverhältnis auf Widerruf
Grundvergütung ca. 900, 00 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag -

IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans. Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“.

3,5 Monate: Strafrechtsstation
  • Einführungslehrgang
  • danach wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
4,5 Monate: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein dreiwöchiger Einführungslehrgang statt
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht für Zivilsachen weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
4 Monate: Verwaltungsstation
  • Einführungslehrgang
  • wöchentlich AG; Ausbildung bei einer Verwaltungsbehörde
  • Alternativ: Studium an der Verwaltungshochschule in Speyer
9 Monate: Anwaltsstation
  • Einführungslehrgang
  • Danach regelmäßig AG und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 21. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren sowie 1 weitere Klausur aus einem dieser Gebiete nach Wahl des Kandidaten)
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Anfang des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 6 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Ramsauer). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.


VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung in Hamburg.

Inhalt: Ein Aktenvortrag, den man i. d. R. bereits in der AG übt sowie ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
Abweichungen und Änderungen bitte melden

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