Sachsen-Anhalt

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Bewerbungen

Das Referendariat in Sachsen-Anhalt

I. Ausbildungsvorschriften II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

An den Präsidenten des
Oberlandesgerichts Naumburg
Domplatz 10
06618 Naumburg
www.justiz.sachsen-anhalt.de/olg

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:
Dessau
Halle
Magdeburg
Stendal

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen.
Maßgeblich für die Länge der Wartezeit sind die Note des ersten Staatsexamens, ggf. das Vorliegen eines Härtefalles sowie die Wartezeit („Wartepunkte“) des Bewerbers, wobei es derzeit keine Wartezeiten gibt.

Bewerbungsunterlagen
Das OLG stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=27031 die auszufüllen sind.

Als Bewerbungsunterlagen sind bei dem Gericht, bei dem man sich bewerben möchte, einzureichen:

· ein ausgefüllter Bewerbungsbogen
· beglaubigte Ablichtung des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens
· ein eigenhändig unterschriebener Lebenslauf
· eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde
· ggf. Bescheinigung über die Ableistung von Wehr- oder Zivildienst
· ggf. weiter Personenstandsurkunden
· ein Führungszeugnis der Belegart „0“
· ein Lichtbild mit dem Namen auf der Rückseite
· eine beglaubigte Kopie der Exmatrikulationsbescheinigung
· ggf. eine Aufenthaltsgenehmigung

Zusätzlich kann der Bewerber Termin- und Ortswünsche angeben, die allerdings nicht unbedingt berücksichtigt werden.

In Sachsen-Anhalt werden zweimal jährlich, nämlich zum 01. März (Dessau, Halle, Magdeburg) und zum 1. September (Halle, Magdeburg, Stendal) Referendare eingestellt.

Achtung: Die Bewerbungsunterlagen müssen spätestens 6 Wochen vor dem jeweiligen Einstellungstermin vollständig beim OLG vorliegen.

Das Verfahren nach der Bewerbung
Einige Zeit vor dem jeweiligen Einstellungstermin bekommt Ihr dann ein Angebot für einen Referendariatsplatz, das Ihr innerhalb 1 Woche schriftlich annehmen müsst.

Wichtig:
Solltet Ihr das Angebot ausschlagen, kommt der Platz auf die Liste für das Nachrückverfahren.

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“.
Grundvergütung 890,37 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag ca. 100,00 €

IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans. Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 4. Monat: Zivilrechtsstation
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht für Zivilsachen weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
5. - 8. Monat: Strafrechtsstation
  • danach wöchentlich AG und i. d. R Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
9. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • wöchentlich AG; Ausbildung bei einer Verwaltungsbehörde
  • Alternativ: Ausbildung bei einem Verwaltungsgericht; Studium in Speyer etc.
13. - 21. Monat: Anwaltsstation
  • wöchentlich AG und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 20. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren).
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Anfang des 20. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 6 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Rammsauer). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.

VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung.

Inhalt: Ein Aktenvortrag, für den Ihr eine Stunde Vorbereitungszeit bekommt sowie ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat. Abweichungen oder Änderungen bitte melden

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