Sachsen

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Bewerbungen

Das Referendariat in Sachsen

I. Ausbildungsvorschriften II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

Oberlandesgericht Dresden
Ständehaus
Schloßplatz 1
01067 Dresden
http://www.justiz.sachsen.de/olg/

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:
Chemnitz
Dresden
Leipzig

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen.
Derzeit gibt es in Sachsen keine Wartezeiten.

Bewerbungsunterlagen
Das OLG stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung die auszufüllen sind. Als Bewerbungsunterlagen sind bei dem Gericht, bei dem man sich bewerben möchte, einzureichen:

· beglaubigte Ablichtung des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens
· ein eigenhändig unterschriebener, hand- oder maschinenschriftlicher, lückenloser, tabellarischer Lebenslauf
· ein ausgefüllter und unterschriebener Bewerbungsbogen
· eine Erklärung zur Verfassungstreue
· ein Lichtbild
· ein Führungszeugnis der Belegart „0“
· ggf. eine gültige Aufenthaltsgenehmigung
· eine beglaubigte Kopie des Personalausweises
· ggf. Bescheinigung über die Ableistung von Wehr- oder Zivildienst (Dienstzeitbescheinigung)
· ggf. weitere Personenstandsurkunden

Zusätzlich kann der Bewerber Termin- und Ortswünsche angeben, die allerdings nicht unbedingt berücksichtigt werden.

In Sachsen werden zweimal jährlich, zum 01. Mai und zum 01. November Referendare eingestellt.
Achtung: Auch in Sachsen gibt es Bewerbungsfristen. Um im Mai eingestellt zu werden, müssen Eure Unterlagen vollständig bis spätestens am 20. Februar beim OLG vorliegen. Für November ist der 31. Juli Bewerbungsschluss.

Das Verfahren nach der Bewerbung
Etwa 6 Wochen vor dem Einstellungstermin bekommt Ihr dann ein Angebot für einen Referendariatsplatz, das Ihr innerhalb von 10 Tagen schriftlich annehmen müsst.

Wichtig:
Solltet Ihr das Angebot ausschlagen, werdet Ihr für diesen Einstellungstermin nicht mehr berücksichtigt!!

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“.
Grundvergütung ca. 933, 00 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag ca. 110,00 €

IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans. Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“.

1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein Einführungslehrgang statt
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht für Zivilsachen weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet (die o. g. LGe sind die Stammdienststellen im OLG- Bezirk Dresden und sind auch für die übrigen LGe zuständig. Nähere Informationen findet Ihr auch unter: http://www.justiz.sachsen.de/download/ref_ausbildungsplan.pdf
6. - 8. Monat: Strafrechtsstation
  • zunächst Einführungslehrgang
  • danach regelmäßig AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter / außerdem: AG Vertiefung Zivilrecht
9. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • zunächst Einführungslehrgang; danach fortlaufend AG im Öffentlichen Recht sowie Vertiefung im Zivil- und Strafrecht
  • Ausbildung bei einer Verwaltungsbehörde;
  • Alternativ: Ausbildung am Verwaltungsgericht, Studium in Speyer etc.
13. – 21. Monat: Anwaltsstation
  • Anwaltskurs I und II; Vertiefung im Zivil- Straf- und Öffentlichen Recht
  • Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 21. Monat: schriftliches Examen

22.-24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 9 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 3 Ö-Rechts Klausuren)
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Ende des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 6 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Rammsauer). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.

VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung in Dresden.

Inhalt: Ein Aktenvortrag aus einem Rechtsgebiet Eurer Wahl sowie ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
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