Saarland

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Bewerbungen

Das Referendariat im Saarland

I. Ausbildungsvorschriften II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

Ministerium der Justiz
Einstellungen in den juristischen Vorbereitungsdienst
Zähringerstraße 12
66119 Saarbrücken
http://www.solg.saarland.de/

Saarländisches OLG
Saarbrücken

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien

Bestandenes 1. Staatsexamen, das nicht älter als 2 Jahre sein sollte, da ansonsten „Eignungsprüfung“ droht, ob die Rechtskenntnisse des Bewerbers noch aktuell genug für eine Ausbildung sind. Ansonsten gilt das Windhundprinzip: Es zählt ausschließlich das Datum der Anmeldung

Bewerbungsunterlagen

Das Saarland stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung http://www.saarland.de/3806.htm die auszufüllen sind. Als Bewerbungsunterlagen sind bei dem Ministerium der Justiz einzureichen:

· eine öffentlich beglaubigte Ablichtung über das Bestehen der ersten juristischen Staatsprüfung
· einen unterschriebenen Lebenslauf
· zwei beglaubigte Ablichtungen der Geburts- bzw. Abstammungsurkunde
· ggf. zwei beglaubigte Heiratsurkunden / Abstammungsurkunden der Kinder
· eine Erklärung über anhängige Verfahren, die unter http://www.saarland.de/dokumente/thema_justiz/jurvorerklaer.pdf zu finden ist
· eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses
· ggf. eine Wehrdienst- oder Zivildienstbescheinigung
· schließlich ist zu einem späteren Zeitpunkt ein Führungszeugnis (Belegart „O“) nachzureichen

Zusätzlich kann der Bewerber Termin- und Ortswünsche angeben, die allerdings nicht unbedingt berücksichtigt werden.

Achtung: Das OLG des Saarlands hat nur folgende Einstellungstermine:

1. Februar Bewerbungsschluss ist der 30. November des Vorjahres
2. Mai Bewerbungsschluss ist der 28. Februar des gleichen Jahres
1. August Bewerbungsschluss ist der 30. Mai des gleichen Jahres
2. November Bewerbungsschluss ist der 30. August des gleichen Jahres

Das Verfahren nach der Bewerbung

Eingangsbestätigung mit unverbindlicher Mitteilung darüber, wann man voraussichtlich in den Referendardienst eingestellt wird. Die angegebene Wartezeit kann sich jedoch maßgeblich verkürzen, wenn andere Bewerber einen ihnen angebotenen Referendarplatz ablehnen oder ihre Bewerbung komplett zurückziehen. Gehen nach der eigenen Bewerbung weitere Bewerbungen ein, die aufgrund eines Härtefalls vorrangig berücksichtigt werden, so kann sich die Wartezeit u. U. auch nochmals verlängern.

Ein konkretes Angebot auf einen Referendarplatz an einem Landgericht erhält man erst ca. 8 - 10 Wochen vor dem für den Bewerber vorgesehenen Einstellungstermin. Verbunden ist das Angebot mit einer Fristsetzung, bis wann man sich für oder gegen diesen Referendarplatz entschieden haben muss.

Bei Annahme:
Nimmt man dieses Angebot an, so tritt man zu dem genannten Zeitpunkt in den Referendardienst ein.

Allgemeines:

Anstellung „öffentlich- rechtliches Ausbildungsverhältnis“

Status Rechtsreferendar Unterhaltsbeihilfe 992,36 EUR
Weihnachts- u. Urlaubsgeld /


IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode

Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans. Dennoch: Nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode

Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 6. Monat: Rechtsanwalt I
  • zunächst ein Einführungslehrgang und dann fortlaufend eine Arbeitsgemeinschaft begleitend zur Ausbildung
  • Sechs Monate bei einem Rechtsanwalt / einer Rechtsanwältin
7. - 9. Monat: Strafrechtsstation
  • zunächst ein Einführungslehrgang und dann fortlaufend eine Arbeitsgemeinschaft begleitend zur Ausbildung
  • Drei Monate bei einem Amtsgericht in Strafsachen oder bei der Staatsanwaltschaft
10. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • zunächst ein Einführungslehrgang und dann fortlaufend eine Arbeitsgemeinschaft begleitend zur Ausbildung
  • Dreimonatige Ausbildung bei einer Verwaltungsbehörde, einer Anstalt öffentlichen Rechts oder auch an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer etc. (wichtig ist, dass eine sachgerechte Ausbildung gewährleistet werden kann)
13. – 17. Monat: Zivilgericht
  • zunächst ein Einführungslehrgang und dann fortlaufend eine Arbeitsgemeinschaft begleitend zur Ausbildung
  • an einem Zivilgericht in erster Instanz; dabei können auch bis zu 3 Monate bei einem Arbeitsgericht stattfinden
Im 18. Ausbildungsmonat
Wird die schriftliche Examensprüfung abgelegt

18. - 21. Monat: Rechtsanwalt II
Davon können bis zu drei Monate bei einem Rechtsanwalt im Ausland, einem Notar oder einem Unternehmen erfolgen, das eine sachgerechte Ausbildung gewährleisten kann

22. - 24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-RechtsKlausuren).
Dauer: Innerhalb von 2 Wochen am Anfang des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind u. a. folgende Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke, Kopp/Ramsauer sowie Baumbach/Hopt). Näheres erfahrt ihr unter: http://www.saarland.de/dokumente/thema_justiz/mijugs_pruefungsamt_HilfsmittelAO-ZJS_2007(1).pdf Es empfehlen sich in jeden Fall die neuesten Auflagen, die keinerlei Unterstreichungen oder gar Randbemerkungen aufweisen dürfen!!


VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 5. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung.

Inhalt: Aktenvortrag, auf dem man sich am Tag selbst in einem separaten Raum vorbereitet sowie ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
Abweichungen oder Änderungen bitte melden

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