Rheinland-Pfalz

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Bewerbungen

Das Referendariat in Rheinland-Pfalz

I. Ausbildungsvorschriften

II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

Oberlandesgericht Koblenz
Stresemannstraße 1
56068 Koblenz
http://www.justiz.rlp.de/Gerichte/Ordentliche-Gerichte/Oberlandesgerichte/Koblenz/

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:
Bad Kreuznach
Koblenz
Mainz
Trier

Oberlandesgericht Zweibrücken
Schlossplatz 7
66482 Zweibrücken
http://www.justiz.rlp.de/Gerichte/Ordentliche Gerichte/Oberlandesgerichte/Zweibruecken/

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:
Frankenthal
Kaiserslautern
Landau
Zweibrücken

Achtung: Die Bewerbung ist in jedem Fall zu richten an: An den Präsidenten des
Oberlandesgerichts Koblenz
Stresemannstraße 1
56068 Koblenz

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen. Außerdem wird die Note des ersten Examens, ggf. das Vorliegen eines Härtefalls und die Wartezeit des Bewerbers (wobei sich hier der Wehr- oder Zivildienst positiv auswirkt) mit berücksichtigt.

Bewerbungsunterlagen
Die OLGe stellen auf ihren Internetseiten Vordrucke zur Verfügung, die auszufüllen sind. Die Bewerbung muss folgende Anlagen enthalten:

· Zeugnis des Ersten Staatsexamens
· ein eigenhändig unterschriebener Lebenslauf
· Kopie der Geburtsurkunde + ggf. weitere Personenstandsurkunden
· zwei Passbilder mit dem Namen auf der Rückseite
· Erklärung über Verfassungstreue
· beglaubigte Ablichtung des Reifezeugnisses
· Nachweis über die zu berücksichtigenden Wartezeiten + ggf. Nachweis über die geleistete Dienstzeit
· Erklärung über persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse
· ein Führungszeugnis Belegart „0“

Zusätzlich kann der Bewerber Termin- und Ortswünsche angeben, die allerdings nicht unbedingt berücksichtigt werden.

Achtung: die Bewerbung muss dem OLG Koblenz spätestens 8 Wochen vor dem gewünschten Einstellungstermin vollständig vorliegen.

Das Land Rheinland- Pfalz stellt nur zweimal jährlich, nämlich zum 01. Mai und zum 01. November, Referendare ein.

Das Verfahren nach der Bewerbung
Kurz vor dem Einstellungstermin erhaltet Ihr dann das Angebot für einen konkreten Referendariatsplatz. Diesen müsst Ihr dann zügig schriftlich annehmen; tut Ihr das nicht, kommt der Platz auf die Liste für das Nachrückverfahren.

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“.
Grundvergütung 1.014,10 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag 111,70 €


IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans. Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein dreiwöchiger Einführungslehrgang statt
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht der Zivilgerichtsbarkeit weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
6. - 9. Monat: Verwaltungsstation
  • Einführungslehrgang
  • 1 x wöchentlich AG bei der Bezirksregierung; Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt, Kreis, Bezirksregierung);
  • Alternativ: Auslandsaufenthalt bei einer Botschaft, die Ausbildung bei einer Handels- oder Handwerkskammer, Studium in Speyer etc.
10. - 12. Monat: Strafrechtsstation
  • Die ersten 2 Wochen Einführungslehrgang
  • danach 1 x wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
13. – 21. Monat: Anwaltsstation
  • Eine Woche Einführungslehrgang durch die örtlich zuständige RA-Kammer
  • Danach: 1 x wöchentlich Fortgeschrittenen-AG (alle drei Rechtsgebiete) und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 18. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren).
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Anfang des 18. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 4 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer- Goßner). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.


VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung.

Inhalt: Aktenvortrag, auf den man sich in einem separaten Raum 90 min. lang vorbereitet und ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
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