Hessen

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Bewerbungen

Das Referendariat in Hessen


I. Ausbildungsvorschriften

II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

Oberlandesgericht Frankfurt am Main
Zeil 42
60313 Frankfurt am Main
www.olg-frankfurt.justiz.hessen.de

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:

Darmstadt, Mathildenplatz 13-14, 64283 Darmstadt
Frankfurt, Gerichtsstraße 2, 60313 Frankfurt am Main
Fulda, Schlossstraße 1, 36037 Fulda
Gießen, Ostanlage 15, 35390 Gießen
Hanau, Nussallee 17, 63450 Hanau
Kassel, Frankfurter Straße 11, 34117 Kassel
Limburg, Schiede 14, 65549 Limburg a.d. Lahn
Marburg, Universitätsstraße 48, 35037 Marburg
Wiesbaden, Gerichtsstraße 2, 65185 Wiesbaden

Achtung! In Hessen ist zwar das OLG für die Einstellung und Ausbildung der Referendare zuständig, die Bewerbungen sind aber direkt an den Präsidenten oder die Präsidentin des jeweiligen Landgerichts zu richten.

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen.
Maßgeblich für die Länge der Wartezeit sind die Note des ersten Staatsexamens, ggf. das Vorliegen eines Härtefalles sowie die Wartezeit („Wartepunkte“) des Bewerbers, wobei sich hier das Ableisten von Wehr- oder Zivildienst auszahlt.

Bewerbungsunterlagen
Das OLG stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung http://www.olg-frankfurt.justiz.hessen.de die zweifach ausgefüllt an das Landgericht gesendet werden müssen, in dessen Bezirk Ihr Euren ständigen Wohnsitz habt bzw. (für die, die nicht aus Hessen kommen) an das LG bei dem Ihr eingestellt werden wollt. Als Bewerbungsunterlagen sind bei dem Gericht, bei dem man sich bewerben möchte, einzureichen:

· zwei beglaubigte Ablichtungen des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens
· ein eigenhändig geschriebener und unterschriebener Lebenslauf
· zweifache Ausführung der Geburtsurkunde; ggf. weitere Personenstandsurkunden jeweils dreifach; eine Meldebescheinigung
· zwei Lichtbilder
· Einstellungsantrag; Erklärung über den Gesundheitszustand sowie ein weiterer Fragebogen (jeweils unter dem obigen Link)
· ein aktuelles Führungszeugnis der Belegart „0“

Achtung: Die Bewerbung muss dem Landgericht spätestens zwei Monate vor dem gewünschten Einstellungstermin vollständig vorliegen. Die Landgerichte in Hessen stellen 3 – 6-mal jährlich Referendare ein. Eine Übersicht über die Einstellungstermine findet Ihr hier in den „Infos zur Einstellung“:
http://www.olg frankfurt.justiz.hessen.de/

Das Verfahren nach der Bewerbung Wie bereits oben erwähnt, entscheidet letzten Endes das OLG über Euren Antrag und wird Euch sodann einen konkreten Platz anbieten, den Ihr innerhalb von 10 Tagen annehmen müsst, sonst kommt der Platz auf die Liste der Nachrücker.

Wichtig: Es empfiehlt sich, bei der Bewerbung ein bis zwei alternative Ortswünsche anzugeben, da manche Landgerichte begehrter sind als andere, auch wenn es derzeit im Prinzip keine Wartezeit gibt.

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“.
Grundvergütung 930, 00 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag 111,70 €


IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-“Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans.
Dennoch: Nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode

Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-“Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 4. Monat: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein zweiwöchiger Einführungslehrgang statt
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht für Zivilsachen weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
5. - 8. Monat: Strafrechtsstation
  • Die erste Woche Einführungslehrgang
  • danach 1 x wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
9. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • einwöchiger Einführungslehrgang
  • 1 x wöchentlich AG bei der Bezirksregierung; Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt, Kreis, Bezirksregierung);
  • Alternativ: Auslandsaufenthalt bei einer Botschaft, die Ausbildung bei einer Handels- oder Handwerkskammer, Studium in Speyer etc.
13. – 21. Monat: Anwaltsstation
  • zwei Wochen Einführungslehrgang
  • Danach nur noch teilweise AG und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 21. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (3 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren sowie 1 Wirtschafts- oder Arbeitsrechtsklausur).
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Anfang des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 5 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner und Kopp/Schenke). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.

VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung.

Inhalt: Ein Aktenvortrag, den man i. d. R. bereits in der AG übt sowie ein fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
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