Bremen

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Bewerbungen

Das Referendariat in Bremen

I. Ausbildungsvorschriften
II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

An den Präsidenten des
Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen
Am Wall 198
28195 Bremen
www.oberlandesgericht.bremen.de

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien
Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen.
Maßgeblich für die Länge der Wartezeit sind die Note des ersten Staatsexamens, ggf. das Vorliegen eines Härtefalles sowie die Wartezeit („Wartepunkte“) des Bewerbers, wobei sich hier das Ableisten von Wehr- oder Zivildienst auszahlt.

Bewerbungsunterlagen
Das Oberlandesgericht stellt auf seiner Internetseite Vordrucke zur Verfügung http://oberlandesgericht.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen88.c.1622.de die auszufüllen sind. Dem Antrag auf Einstellung in den juristischen Vorbereitungsdienst sind folgende Unterlagen beizufügen:

· ein ausgefüllter Antrag
· beglaubigte Ablichtung des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens
· ein tabellarischer Lebenslauf
· beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde; ggf. weitere Personenstandsurkunden
· ein ausgefüllter Personalbogen mit Lichtbild
· weitere Erklärungen zur Staatsangehörigkeit, zu Vorstrafen etc. (unter obigem Link)

In Bremen werden dreimal jährlich, nämlich zum, 1. Februar, 1. Juni und zum 1. Oktober eingestellt.
Achtung: Die Bewerbungsunterlagen müssen 6 Wochen vor dem jeweiligen Einstellungstermin vollständig beim OLG vorliegen.

Das Verfahren nach der Bewerbung
In Bremen richtet sich das Verfahren ganz stark nach der erreichten Punktzahl im ersten Examen. In der Regel wird den Bewerbern einige Wochen vor dem Einstellungstermin ein konkretes Angebot gemacht, das dann binnen einer Frist angenommen wird. Bekommt man allerdings nur durch das Nachrückverfahren einen Platz, so kann das Angebot im Zweifel sogar erst einen Tag vorher erfolgen.

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“; ggf. aber auch Beamtenverhältnis auf Widerruf
Grundvergütung 932, 00 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag ca. 100 €


IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-“Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans.
Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-“Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

5 Monate: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein dreiwöchiger Einführungslehrgang statt
  • danach Ausbildung an einem ordentlichen Gericht für Zivilsachen weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
3,5 Monate: Strafrechtsstation
  • dreiwöchiger Einführungslehrgang
  • danach wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
3,5 Monate: Verwaltungsstation
  • dreiwöchiger Einführungslehrgang
  • wöchentlich AG; Ausbildung bei einer Verwaltungsbehörde
  • Alternativ: Studium an der Verwaltungshochschule in Speyer, Ausbildung an einem Verwaltungsgericht
9 Monate: Anwaltsstation
  • dreiwöchiger Einführungslehrgang
  • Danach regelmäßig AG und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder beim Notar
im 21. Monat: schriftliches Examen

3 Monate: Wahlstation
Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren
die mündliche Prüfung

V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren sowie 1 weitere Klausur aus einem dieser Gebiete nach Wahl des Kandidaten)
Dauer: Innerhalb von 14 Tagen am Anfang des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 6 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke und Kopp/Ramsauer). Es empfiehlt sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben.


VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung.

Inhalt: Ein Aktenvortrag aus dem gewählten Schwerpunktbereich sowie ein Prüfungsgespräch in den drei Pflichtfächern und dem Schwerpunkt.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.
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