Bayern

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Bewerbungen

Das Referendariat in Bayern

I. Ausbildungsvorschriften


II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte


An den Präsidenten des
Oberlandesgerichts München
Prielmayerstr. 5
80335 München
http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/m/

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:

Augsburg
Deggendorf
Ingolstadt
Kempten
Landshut
Memmingen
München I
München II
Passau
Traunstein

An den Präsidenten des Oberlandesgerichts Bamberg
Wilhelmsplatz 1
96047 Bamberg
http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/ba/

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:

Aschaffenburg
Bamberg
Bayreuth
Coburg
Hof
Schweinfurt
Würzburg

An den Präsidenten des
Oberlandesgericht Nürnberg
Fürther Str. 110
90429 Nürnberg
http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/n/


Mit den Ausbildungs - Landgerichten:

Amberg
Ansbach
Nürnberg- Fürth
Regensburg
Weiden i. d. Opf.


III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien


Voraussetzung ist ein bestandenes 1. Staatsexamen.
Ansonsten gilt das Windhundprinzip: Es zählt ausschließlich das Datum der Anmeldung

Bewerbungsunterlagen

Die OLGe stellen auf ihren Internetseiten Vordrucke zur Verfügung http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/n/studiosi/00777/index.php die auszufüllen sind. Als Bewerbungsunterlagen sind bei dem Gericht, bei dem man sich bewerben möchte, einzureichen:

· Zeugnis des Ersten Staatsexamens (nur diejenigen, die es nicht in Bayern abgelegt haben)
· ein eigenhändig unterschriebener Lebenslauf
· Ablichtung des Personalausweises sowie ggf. weitere Personenstandsurkunden
· drei Lichtbilder
· Erklärung zur Verfassungstreue im öffentlichen Dienst
· eine Erklärung zur Scientology- Organisation
· Fragebogen zur Verfassungstreue
· ausgefüllte Erklärung (Anlage 1)
· ein Führungszeugnis Belegart „0“ (muss zum Zeitpunkt der Bewerbung nur veranlasst sein / sollte aber erfahrungsgemäß schon früh angefordert werden)

Zusätzlich kann der Bewerber Termin- und Ortswünsche angeben, die allerdings nicht unbedingt berücksichtigt werden.

Achtung:
In Bayern werden nur im April und Oktober eines jeden Jahres Referendare eingestellt. Bewerbungsschluss ist meist der 20.01. für den April und der 20.07. für den Oktober.

Das Verfahren nach der Bewerbung
  • Etwa drei Wochen nach Bewerbungsschluss erhaltet Ihr Nachricht darüber, welches Euer Ausbildungsgericht für die Zivilrechtsstation ist sowie den Ort der Arbeitsgemeinschaft.
Wichtig:
Solltet ihr Euch bei mehreren Oberlandesgerichten beworben haben, erhaltet Ihr nur dann einen Einstellungsbescheid, wenn Ihr in der Euch dann mitgeteilten Frist die anderen Bewerbungen zurücknehmt.

Anstellung und Vergütung


Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“.
Grundvergütung 1.034,11 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag ca. 110 €

IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode

Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans.
Dennoch: nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode

Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-„Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation
  • Zu Beginn der Station findet ein Einführungslehrgang statt
  • danach wird die Ausbildung an einem ordentlichen Gericht der Zivilgerichtsbarkeit weiterhin regelmäßig und fortlaufend von einer Arbeitsgemeinschaft begleitet
6. - 8. Monat: Strafrechtsstation
  • Die ersten 2 Wochen Einführungslehrgang
  • danach 1 x wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter
9. - 12. Monat: Verwaltungsstation
  • wöchentlich AG; Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt, Kreis, Bezirksregierung)
  • Alternativ: Auslandsaufenthalt bei einer Botschaft, die Ausbildung bei einer Handels- oder Handwerkskammer, Studium in Speyer etc.
13. – 20. Monat: Anwaltsstation
  • Eine Woche Einführungslehrgang durch die örtlich zuständige RA-Kammer
  • wöchentlich AG und Ausbildung bei einem Anwalt, den man sich selbst sucht
  • Alternativ: eine Station bis zu 3 Monate in der Rechtsabteilung eines Unternehmens

im 21. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation

Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren

die mündliche Prüfung beim LJPA in Düsseldorf



V. Das schriftliche Examen



Allgemeines

Umfang: 11 Klausuren (5 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 4 Ö-Rechts Klausuren).
Dauer: Innerhalb von 11 Tagen am Anfang des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: Zugelassen sind 7 Kommentare (Palandt, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner, Kopp/Schenke, Kopp/Ramsauer sowie Baumbach/Hopt). Es empfehlen sich in jeden Fall die neuesten Auflagen zu haben, die nur eingeschränkt Bemerkungen enthalten dürfen.

VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung. Die Prüfung findet immer in Nürnberg oder München statt.

Inhalt: Prüfungsgespräch von insgesamt 50 min. pro Prüfling.


Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.

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