Baden-Württemberg

PDFDruckenE-Mail

Bewerbungen

Das Referendariat in Baden-Württemberg

I. Ausbildungsvorschriften

II. Einstellungs- und Ausbildungsgerichte

Oberlandesgericht Karlsruhe
Verwaltungsabteilung
Hoffstraße 10
76133 Karlsruhe
http://www.olgkarlsruhe.de/servlet/PB/menu/1180212/index.html

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:

Baden- Baden
Freiburg
Heidelberg
Karlsruhe
Konstanz
Mannheim
Mosbach
Offenburg
Waldshut- Tiengen

Oberlandesgericht Stuttgart
Verwaltungsabteilung
Olgastraße 2
70182 Stuttgart

http://www.olg-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1182399/index.html

Mit den Ausbildungs - Landgerichten:

Ellwangen
Hechingen
Heilbronn
Ravensburg
Rottweil
Stuttgart
Tübingen
Ulm

III. Von der Bewerbung bis zur Einstellung

Einstellungskriterien

Bestandenes 1. Staatsexamen, das nicht älter als 4 Jahre sein sollte, ansonsten muss der Bewerber nachweisen, dass er / sie in der Zwischenzeit einer juristischen Tätigkeit nachgegangen ist.

Bewerbungsunterlagen

Die OLGe stellen auf ihren Internetseiten Vordrucke zur Verfügung die auszufüllen sind. Als Bewerbungsunterlagen sind bei dem Gericht, bei dem man sich bewerben möchte, einzureichen:

· beglaubigte Kopie des Zeugnisses des Ersten Staatsexamens (doppelt)
· ein eigenhändig unterschriebener Lebenslauf
· Ablichtung des Personalausweises sowie ggf. weitere Personenstandsurkunden (beglaubigt)
· ein Lichtbild (Nachnamen auf die Rückseite schreiben)
· Nachweis über Ableistung von Zivildienst / Wehrdienst (oder sonstige Dienste)
· ausgefüllter Antrag
· ein Führungszeugnis gem. § 30 Abs. 1 Satz 1 BZRG (darf nicht älter als 8 Monate sein)

Zusätzlich kann der Bewerber Termin- und Ortswünsche angeben, die allerdings nicht unbedingt berücksichtigt werden.

Achtung: In Baden-Württemberg werden nur im April und Oktober eines jeden Jahres Referendare eingestellt. Bewerbungsschluss ist der 30. November des Vorjahres für den April und der 31. Mai für den Oktober. Die Bewerbung sollte aber auch frühestens 6 Monate vor dem gewünschten Einstellungstermin erfolgen.

Das Verfahren nach der Bewerbung

  • Nach dem Eingang eurer vollständigen Bewerbung, bekommt ihr ein konkretes Angebot für einen Referendarplatz, für den euch eine Frist zur Annahme gesetzt wird.

Wichtig:
Es ist möglich, eine Hilfsbewerbung an ein anderes OLG zu richten. Solltet ihr dann ein Platzangebot bekommen, verfällt die erste Bewerbung, auch dann, wenn dabei euer Ortswunsch nicht berücksichtigt wurde.

Anstellung und Vergütung

Status „öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis“.
Grundvergütung 992,19 €
Weihnachts- und Urlaubsgeld -
Vermögenswirksame Leistungen -
Familienzuschlag ca. 60 - 120 €


IV. Ablauf (vom ersten Tag bis zum Examen)

Der erste Tag / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-“Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat wird die Referendarabteilung der Stammdienststelle sein. Von dieser erhaltet Ihr vor Beginn des Referendariats eine Nachricht, in der mitgeteilt wird, wann und wo Ihr Euch einzufinden habt. Meist ist dies das Landgericht.

Einen festgelegten Ablauf gibt es nicht, allerdings Erfahrungswerte:
Nach einer offiziellen Begrüßung werden meist die Formalia abgehandelt, das heißt, man wird förmlich in das „öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis“ aufgenommen und zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Danach wird der AG-Leiter für die Zivilrechtsstation vorgestellt. Die AG beginnt i. d. R. mit dem Kennenlernen der Referendarskollegen durch eine Vorstellungsrunde.

Ob danach schon sofort der erste Unterricht erfolgt, ist von Landgericht zu Landgericht (und von AG-Leiter zu AG-Leiter) sehr unterschiedlich. Um nicht dumm aufzufallen, empfiehlt es sich schon, rein Vorsorge halber mit Schreibutensilien und Schönfelder bewaffnet zu sein.

Schließlich noch ein Wort zum Dresscode:
Heute reicht es vollkommen, „normal“ gekleidet zu erscheinen, also mit Hemd / Bluse und einer ordentlichen Jeans.
Dennoch: Nach einem abgeschlossenen Studium kann – je nach innerer Einstellung – der Beginn des Referendariats schon etwas Besonderes bedeuten. Das darf sich dann für einen selbst auch in der Kleidung widerspiegeln, muss aber nicht…

Die einzelnen Stationen / Dresscode
Vorbemerkung:
Euer „Lieblings-“Ansprechpartner“ im gesamten Referendariat, die Referendarabteilung der Stammdienststelle, lenkt und leitet Euch mittels „Zuteilungen“ durch die Ausbildung. Vor Beginn der jeweiligen Stage erhaltet Ihr eine Mitteilung über den nächsten Ausbildungsabschnitt, wer der Ausbilder ist und wann und wo man sich bei diesem einzufinden hat.

Nochmals Dresscode:
Natürlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und wird in ordentlicher Kleidung (Hemd, Bluse, normale Jeans) keinen Schiffbruch erleiden. Gleichwohl wird an Sitzungstagen schon erwartet, dass „Mann“ Anzug und die Dame Vergleichbares trägt. Schließlich sitzt man neben einem „Spruchkörper“

1. - 5. Monat: Zivilrechtsstation

  • Zu Beginn der Station findet ein Einführungslehrgang statt
  • Danach werdet Ihr einem Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Zivilsachen zugeteilt an dem die Ausbildung erfolgt, die von einer wöchentlich stattfindenden Arbeitsgemeinschaft begleitet wird

6. - 8,5. Monat: Strafrechtsstation

  • Einführungslehrgang
  • danach 1 x wöchentlich AG und i. d. R. Zuweisung und Ausbildung bei einem Staatsanwalt, evtl. aber auch bei einem Strafrichter

8,5. - 12. Monat: Rechtsanwaltsstation I

  • zunächst ein Einführungslehrgang
  • danach Ausbildung bei einem Rechtsanwalt begleitet von einer AG

13. - 15,5. Monat: Verwaltungsstation

  • Einführungslehrgang
  • Ausbildung bei einer Kommunalverwaltung (Stadt, Kreis, Bezirksregierung); begleitet von einer AG
  • Alternativ: Auslandsaufenthalt bei einer Botschaft, die Ausbildung bei einer Handels- oder Handwerkskammer, Studium in Speyer etc.

15,5 - 20. Monat: Rechtsanwaltsstation II

  • Ausbildung bei einem Rechtsanwalt; begleitet von einer AG

im 21. Monat: schriftliches Examen

22. - 24. Monat: Wahlstation

  • Freie Ausbildung - Hauptsache ist, dass die Ausbildung annähernd etwas mit Juristischem zu tun hat. Die Ausbildungsstelle muss man sich selbst suchen. In dieser Station sind vor allem Auslandsaufenthalte möglich und beliebt.

ca. im 4. Monat nach den Klausuren

  • die mündliche Prüfung findet in Stuttgart statt.


V. Das schriftliche Examen

Allgemeines

Umfang: 8 Klausuren (4 Zivilrechts-, 2 Strafrechts- und 2 Ö-Rechts Klausuren).
Dauer: Innerhalb von 11 Tagen am Anfang des 21. Ausbildungsmonats.
Inhalt: In der Regel Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen, häufig aber auch Aufbereitung von Sachverhalten aus anwaltlicher Sicht und den Mandanten daraufhin zu beraten.
Hilfsmittel: In Baden-Württemberg sind keine Kommentare zugelassen. Die Gesetzestexte dürfen Paragraphenverweise und einzelne Unterstreichungen enthalten.



VI. Die mündliche Prüfung

Im Anschluss an die Klausuren folgt im 4. Monat danach dann die abschließende mündliche Prüfung. Die Prüfung findet in Stuttgart statt.

Inhalt: Aktenvortrag, auf den man sich in einem separaten Raum vorbereitet; fächerübergreifendes Prüfungsgespräch.

Dies ist ein selbst aufbauendes Verzeichnis. Bitte meldet uns, wenn sich etwas verändert hat.

Abweichungen oder Änderungen bitte melden


Favoriten Twitter Facebook Myspace Stumbleupon Digg MR. Wong Technorati aol blogger google reddit Yahoo
 
Kommentare (0)

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

Noch kein Benutzerkonto? Registrieren

Banner
 
Copyright © 2017 anwaltmagazin.de. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.